Serie: Heimische Heilpflanzen – Teil 1: Die Ringelblume

Wie schnell ist es passiert – ein aufgeschürftes Knie, eine Platz- oder Risswunde bei Sport, Spiel oder Gartenarbeit. Solche Wunden sind meist sehr schmerzhaft und sollten wegen eines möglichen Infektionsrisikos gut und schnell versorgt werden.

Die Heilpflanze der Wahl für offene Wunden ist die Ringelblume, lat. Calendula officinalis. Sie kann als pflanzliches Mittel und/oder homöopathisch eingesetzt werden.

Herkunft

Der Name kommt von den geringelten Samen. Seit vielen Jahrhunderten wächst und vermehrt sich die aus dem Mittelmeerraum stammende Ringelblume einmal ausgesät fast von alleine.  Mit ihren gelben und orangeroten Blüten leuchtet sie von Juni bis Oktober in den Haus- und Heilkräutergärten. Man kann die Blütenköpfchen gut selbst sammeln und verarbeiten oder fertige Zubereitungen verwenden (Tinkturen, Öle, Salben, Sprays, getrocknete Blütenblätter). 

Inhaltsstoffe

Pharmazeutisch wirksam sind die gelborangen Pflanzenfarbstoffe, ätherisches Öl und immunstimulierende Zuckerverbindungen.

Sie tragen zu einer natürlichen Desinfektion der Wunde bei, können Infektionen vorbeugen und durch die durchblutungsfördernde Wirkung gleichzeitig die Wundheilung beschleunigen. Dazu gelten sie als entzündungshemmend, können Eiterbildung verhindern und als Antioxidans eine schützende Wirkung auf die Zellen haben. Zusätzlich wird den Inhaltsstoffen der Ringelblume auch ein positiver Effekt auf den Lymphabfluss und Schwellungen im Gewebe nachgesagt. Wissenschaftlich belegt sind auch die antivirale (z.B. bei Herpes) und antimykotische Wirkung (Windelsoor).

Was tun bei Hautverletzungen oder Reizungen der Schleimhäute?

Dazu verwendet man äußerlich Waschungen oder warme Umschläge mit verdünnter Calendulatinktur (10-20 Tropfen auf ein Glas warmes Wasser) oder innerlich als Mundspülung bei entzündlichen Veränderungen der Schleimhaut. 

Calendula zeigt in Teemischungen bei entzündeter Magenschleimhaut (Gastritis) in vielen Fällen einen guten Effekt.

Eine warme Calendula-Auflage kann vor allem auch bei Bienenstichen mit starker Schwellung und Schmerzen helfen. Die Tinktur kann zusätzlich innerlich eingenommen werden.

Bei fast jeder Form von entzündeter Haut, Eiterbildung oder komplizierter Wundheilung (Dekubitus, Unterschenkelgeschwüre oder Venenentzündungen) sowie Sonnenbrand, Dermatitis nach Strahlentherapie oder Narbenkeloide können Calendula-Auflagen angewendet werden.

Calendulaöle zur Hautpflege werden auch von empfindlicher Haut sehr gut vertragen. Allergien sind eher selten, bei einer bekannten Korbblütlerallergie sollte man etwas vorsichtig sein. 

Beispiel großflächige Schürfwunde nach meinem Radlunfall:

Die stark schmerzende und blutende Schürfwunde an beiden Schienbeinen wurde mit verdünnter Calendulatinktur gesäubert, Steinchen entfernt und anschließend mehrmals täglich eine warme Auflage mit ebenfalls verdünnter Calendulatinkur gemacht und zur Unterstützung der Abheilung eine Gabe Calendula C30 (3 Globuli) eingenommen. Der Schmerz ließ schnell nach, bereits am nächsten Tag waren die Abschürfungen von Wundschorf bedeckt und trocken, es gab keinerlei Entzündung oder Eiterbildung.

Calendula als homöopathisches Mittel

hat dieselben Indikationen wie oben beschrieben bei Haut- und Schleimhautverletzungen sowie Entzündungen. Zusätzlich kann es bei Muskel- und Sehnenrissen und bei traumatischer Nervenentzündung eingesetzt werden. Die Wunden sind sehr schmerz- und berührungsempfindlich.

Probieren Sie es aus – damit sind Sie für viele kleine und größere Verletzungen auch unterwegs (evtl. mit einem Calendula-Notfallspray in der Erste-Hilfe-Tasche) gut gerüstet.

Wenden Sie Calendula homöopathisch an, achten Sie bitte darauf, dass es einige Beschwerden und Verletzungen gibt, die einer Begleitung durch den Heilpraktiker oder Arzt nötig machen. Sprechen Sie daher einen beabsichtigten homöopathischen Einsatz von Calendula mit Ihrem Behandler ab.

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Angelika Mitter

Naturheilpraxis für Homöopathie und Pflanzenheilkunde
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Telefon: 08075 914770
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